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Sehr geehrte Partner und Freunde der Vantargis, sehr geehrte Damen und Herren,

die Finanzierungslandschaft für den Mittelstand befindet sich in einem tief greifenden Veränderungsprozess.

Die Auswirkungen der Subprime-Krise beschleunigen dies nur. Für viele mittelständische Unternehmen bedeutet dies, dass die Kreditfinanzierung ihrer Banken teurer wird und unter Umständen nicht oder nur noch bedingt zur Verfügung steht. Angesichts der beschränkten Verfügbarkeit klassischer Kapitalquellen besteht somit insbesondere für mittelständische Unternehmen in Deutschland die Notwendigkeit alternative Finanzierungsinstrumente zu erschließen. Auch Beteiligungsgesellschaften sowie Private Equity Häuser müssen Ihre LBO-Finanzierung überdenken. Doch haben sich in den vergangenen Jahren auch interessante Alternativen in allen Größenordnungen und Spielarten entwickelt, die es gilt dem Mittelstand vorzustellen.

Mit unserem Newsletter möchten wir und unsere Gastautoren fortan regelmäßig mit Neuigkeiten und Informationen aus den Themenkomplexen Mittelstandsfinanzierung, Corporate Finance, M&A und Private Equity informieren.

Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und freuen uns auf den Dialog mit Ihnen

Claus Dürr, Christian Schultes
Vorstand - Vantargis AG

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Steuerfalle in der Krise

Das wirtschaftliche Umfeld in dem wir uns derzeit bewegen, ist durch Umsatzrückgänge in nahezu allen Branchen gekennzeichnet. Nicht selten führen damit einhergehende Verluste bei GmbHs, die nur über eine geringe Kapitaldecke verfügen in kurzer Zeit zu einer sog. Unterbilanz bei der ein nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag auszuweisen ist.

Um eine Überschuldung nach Insolvenzrecht in einem ersten Schritt zu vermeiden stehen der Gesellschaft bzw. den Gläubigern verschiedene Instrumente zur Verfügung, die in diesen Zeiten vermehrt Anwendung finden. Insbesondere der klassische Forderungsverzicht und der Rangrücktritt sind Mittel, die gerne angewendet werden um eine Überschuldung zu beseitigen. Doch hier ist Vorsicht geboten. Ziehen doch diese Maßnahmen steuerliche Folgewirkungen nach sich, die nicht immer gewollt sind.

Verzichtet ein Gläubiger entgültig gegenüber einer GmbH auf Ansprüche aus seiner Forderung, so spricht man von einem Forderungsverzicht. Dieser führt in der GmbH grundsätzlich zu einem steuerpflichtigen Ertrag, wenn der Gläubiger nicht gleichzeitig Anteile an der GmbH hält. Sind beispielsweise aufgrund einer vorangegangenen Übertragung der Gesellschaftsanteile nicht mehr ausreichend Verlustvorträge vorhanden, kann dies im ungünstigsten Fall dazu führen, dass auf den gesamten Forderungsverzicht in der GmbH Steuern zu zahlen sind. Ein unerfreuliches Ergebnis, wenn der Gläubiger auf einen Anspruch verzichtet und dafür das Finanzamt einen Scheck bekommt.

Etwas komplizierter wird es, wenn der auf seine Forderung Verzichtende auch noch Gesellschafter dieser GmbH ist. In diesem Fall hängen die steuerlichen Folgen von der Werthaltigkeit der Forderung im Zeitpunkt des Verzichtes ab. Ist die GmbH bereits nachhaltig nicht mehr in der Lage die Forderung zu begleichen, führt der Verzicht auf eine solche nicht mehr werthaltige Forderung ebenfalls zu einem steuerpflichtigen Ertrag in der GmbH. Der steuerliche Ertrag in der GmbH bedeutet jedoch nicht automatisch, dass damit im Gegenzug der Gesellschafter einen steuerlichen Aufwand hätte. Je nach Konstellation des individuellen Falles besteht hier das Risiko, dass der der Verzicht beim Gesellschafter steuerlich unbeachtlich sein kann. Aus Sicht des Gesellschafters ein äußerst unbefriedigendes Ergebnis.

Um diesen nachteiligen Folgen zu entgehen, sollte mit dem Steuerberater im Vorfeld besprochen werden, welche alternativen Möglichkeiten unter Berücksichtigung des jeweiligen Einzelfalls einen Ausweg aus dieser misslichen Lage bieten. Möglichkeiten hierzu gibt es mehrere, sie müssen jedoch auf den Einzelfall abgestimmt sein.

In vielen Fällen lässt sich die insolvenzrechtliche Überschuldung bereits durch einen Rangrücktritt auf die betreffende Forderung vermeiden. Bei einem Rangrücktritt tritt der Gläubiger einer Forderung hinter anderen Gläubigern bei der Befriedigung der Ansprüche zurück. Im Falle einer Insolvenz würde eine nachrangige Forderung erst befriedigt, wenn die bestehenden Ansprüche aller übrigen Gläubiger erfüllt wurden. Doch auch hier lauert eine Falle, wenn die Rangrücktrittsvereinbarung nicht exakt formuliert wurde. Wird beispielsweise eine Formulierung gewählt, die eine Befriedigung der Forderung ausschließlich aus künftigen Gewinnen vorsieht, schlägt die Vorschrift des § 5 Abs. 2a EStG zu, die die ertragswirksame Ausbuchung einer solchen Zahlungsverpflichtung bei der GmbH vorsieht. Im ungünstigsten Fall könnten hierdurch Steuern in der GmbH entstehen, obwohl weder Kapital geflossen ist, noch eine Befreiung von der Schuld tatsächlich eingetreten ist. Erst im Rahmen einer späteren Rückzahlung der Forderung würde eine steuerliche Gewinnminderung eintreten.

Forderungsverzicht und Rangrücktritt sind nur ausgewählte Aspekte zum Thema Steuerfallen in der Krise. Es empfiehlt sich daher in jedem Fall ein Gespräch mit dem Steuerberater, welche Maßnahmen sinnvoll sind um nicht in finanziell angespannten Zeiten auch noch von unerwarteten Steuerzahlungsansprüchen überrascht zu werden.

Autoreninfo:

WP/StB Andreas Klier
Partner bei Pape & Co. Gruppe in München.

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Factoring und Bankkredit als strategisches Team der Mittelstandsfinanzierung

Die Finanz- und Bankenkrise macht es mittelständischen Unternehmen momentan besonders schwer, ihre Liquidität zu sichern. Immer mehr Mittelständler ergänzen deshalb ihre strategische Unternehmensfinanzierung um alternative Finanzierungsarten wie Factoring oder Leasing um dauerhaft liquide zu bleiben und die Abhängigkeit von ihrer Hausbank zu minimieren.

Dank Bankkredit liquide?

Bisher sichern viele Mittelständler ihre Finanzierung über den klassischen Kontokorrentkredit – einen kurzfristigen Kredit, den Banken ihren Kunden einräumen. Unternehmen nutzen ihn, wenn sie für einen überschaubaren Zeitraum Liquidität benötigen wie zum Beispiel beim Überbrückungskredit. Kontokorrentkredite haben mittel- bis langfristigen Charakter, da sie bei vereinbarungsgemäßer Inanspruchnahme verlängert werden. Der Unternehmer kann den Kreditrahmen voll, zum Teil oder gar nicht ausschöpfen und zahlt nur für wirklich in Anspruch genommene Beträge Zinsen. Der Zinssatz ist dabei variabel und richtet sich nach den aktuellen Marktzinsen. Die Gebühren bestehen in der Regel aus mehreren Bestandteilen, wie Sollzinsen, Kreditprovisionen etc. Darüber lässt sich allerdings in der Regel nur ein Teil der benötigten Liquidität abdecken. Zudem müssen Sicherheiten gestellt werden.

Factoring sichert Liquidität

Sucht ein Unternehmen Alternativen, kommt es schnell auf die Dienstleistung Factoring. Dabei verkauft es seine Forderungen an ein Factoringunternehmen und erhält rund 80 Prozent des Rechnungsbetrages sofort ausgezahlt. Den Rest bekommt es, wenn der Factor den Betrag vom Debitor erhalten hat. Dafür werden je nach Modell Gebühr und Zins berechnet. Die Kosten von Factoring und einem klassischen Kredit lassen sich nicht Eins zu Eins vergleichen, da Factoring neben der Bereitstellung der Liquidität noch weitere Leistungsbestandteile bietet. Neben der Sicherstellung der Liquidität gehören beim klassischen Full-Service- Factoring der Ausfallschutz der Forderungen und die Übernahme des Debitorenmanagements dazu. Im Gegensatz zum Bankkredit brauchen die Firmen beim Factoring keine weiteren Sicherheiten. Das macht die Dienstleistung auch für junge und schnell wachsende Unternehmen interessant.

Aus der Praxis für die Praxis:

Factoring für Großhändler Das fiktive Beispielunternehmen Play4Game sichert mit Factoring seine Saisonspitzen ab. Kerngeschäftsfeld ist der Handel mit Zubehörteilen für die Unterhaltungselektronik, vor allem Spielekonsolen. Damit wurden 2007 mehr als drei Millionen. Euro Jahresumsatz erwirtschaftet. Für die weltweit größten Spielehersteller kauft Play4Game in Asien entsprechende Konsolenzubehörteile ein und veräußert diese weiter an sogenannte Bestücker zur Kommissionierung für die großen Einkaufsketten in Deutschland. Das Geschäft ist sehr saisonabhängig; die höchsten Umsätze werden zum Oster- und Weihnachtsgeschäft generiert.

Die Ware muss per Vorkasse bezahlt werden und es sind mehrere Wochen Seeweg einzuplanen. Erst nach erfolgter Zollprüfung kann somit die Ware den Bestückern zur Verfügung gestellt und verkauft werden. Das Unternehmen hatte im Laufe der Jahre ein festes Netzwerk aus bestehenden Lieferanten und Abnehmern etabliert und konnte so bisher durch entsprechende Abstimmungen die Liquidität sicherstellen.

Unternehmenswachstum durch fehlende Liquidität in Gefahr

Über eine Ausschreibung bekam Play4Game unerwartet eine Lizenz für Originalzubehör zugeteilt und wusste nicht wie die Aufträge finanziert werden sollten. Rund 150.000 Originalzubehörteile waren prognostiziert, die bereits fast vollständig mit Aufträgen der Bestücker für die Handelsketten unterlegt waren. Bei der Bank war aufgrund des starken Wachstums die Linie ausgeschöpft. Zudem verfügt die Firma über eine für Handelsunternehmen typisch niedrige Eigenkapitalquote.

Mit Factoring Saisonspitzen nutzen

Da das Geschäft immer näher rückte, begann das Unternehmen umgehend mit der Suche nach geeigneten Finanzierungsalternativen und erfuhr über seinen Steuerberater von Factoring. Gerade in der umsatzkongruenten Finanzierung – wie saisonalen Schwankungen – liegt ein wesentlicher Vorteil von Factoring. Während Kreditinstitute Unternehmen in Wachstumsphasen normalerweise nur behutsam mit ausreichender Liquidität versorgen, berücksichtigt ein Factor diese positive Perspektive weitaus stärker und stellt Mittel für die Expansion zur Verfügung. Das Zusatzgeschäft bedingte einen kurzfristig zu erweiternden Finanzierungsrahmen von knapp einer Million Euro. Nach Rücksprache mit den Bestückerfirmen zum Einsatz von Factoring, zeigten sich alle Beteiligten kooperativ. Die bis dato 90 Tage Zahlungsziel konnten mit Factoring optimal abgekürzt werden, da nun bereits binnen zwei Tagen rund 80 Prozent der Liquidität zur Verfügung standen.

Somit war für alle Beteiligten eine Lösung für das Zusatzgeschäft geschaffen worden und Play4Game nutzt seitdem Factoring als festen Bestandteil der Unternehmensfinanzierung.

Die Vorteile von Factoring als strategischer Baustein der Finanzierung

Für ein Unternehmen werden mit Factoring rund 80 Prozent seiner Forderungen sofort zu Liquidität und das ohne zusätzliche Sicherheiten. Hier liegen die entscheidenden Vorteile. Die Kreditaufnahme bringt hingegen einen wesentlich geringeren Liquiditätszufluss. Hinzu kommt der erschwerte Zugang zu Krediten - wie im Fallbeispiel beschrieben – da die Banken aufgrund der Finanzkrise zurückhaltender sind.

Vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen hat Factoring noch weiteren Nutzen. Durch den Verkauf seiner Rechnungen kann der Factoringkunde eine Bilanzverkürzung mit verbesserter Eigenkapitalquote erreichen. Bei der Hausbank lassen sich so wiederum ein besseres Rating und damit günstigere Kreditkonditionen erzielen. Zudem sind die Forderungen gegen Ausfall versichert, da die Factoringgesellschaft hierfür eine Warenkreditversicherung abschließt. Nicht unterschätzen sollte man die administrative Entlastung, da bei säumigen Debitoren Mahnwesen und Inkasso übernommen werden.

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Autoreninfo:

Ilka Stiegler ist verantwortlich für die Unternehmenskommunikation der Vantargis Factoring GmbH.

Die Vantargis Factoring GmbH ist eine bankenunabhängige Factoringgesellschaft. Das Unternehmen finanziert deutschlandweit als Full-Service-Dienstleister im Factoring kleine und mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 10 Mio. Euro. Hierbei vereint die Vantargis Factoring GmbH mit der Finanzierung, der Versicherung der Forderungsausfälle und dem Debitorenmanagement alle Aspekte des Factorings in einer Dienstleistung. Für Gesellschaften ab 10 Mio. Euro Jahresumsatz wird Factoring auch im Inhouse- Verfahren angeboten.

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Asset Based Lending – Ein innovatives Instrument der Mittelstandsfinanzierung

Das Angebot an alternativen Finanzierungsmöglichkeiten für den Mittelstand ist trotz Finanzmarktkrise vorhanden. Insbesondere asset-orientierte Finan-zierungen wie Leasing, Sale-and-Lease-Back sowie Factoring ersetzen zuneh-mend die traditionelle Bankfinanzierung.

Die Krise am Kapitalmarkt hat Ende 2008 insbesondere im Mittelstand größte Sorgen hervorgerufen. Viele Unternehmen sehen die Gefahr, sich in Zukunft nicht mehr ausreichend und günstig mit Kapital versorgen zu können. Doch gibt es mittlerweile vielfältige positive Veränderungen im Bereich der Mittelstandsfinanzierung zugunsten der Unternehmen. Das Angebot an Finanzierungsmöglichkeiten hat sich seit Basel II gründlich verändert. Finanzierungen auf Basis von Unternehmensaktiva, Forderungen oder immateriellen Vermögenswerten ersetzen zunehmend die traditionellen Finanzierungsformen.

Traditionelle „Hausbank“-Finanzierung

Volumen und Konditionen im Bereich der klassischen Darlehens-Finanzierung sind seit Basel II entscheidend von der Performance und der Bonität des Unternehmens abhängig. Die regulatorischen Auflagen seitens der Banken lassen eine Finanzierung nur noch bis zu einem gewissen Vielfachen der Profitabilität des Unternehmens zu. Aufgrund der "Hausmacht" der etablierten Bank tritt in der Praxis regelmäßig die Situation auf, dass ein Unternehmen für relativ geringe Finanzierungsvolumina einen Großteil der bestehenden Vermögenswerte (Rechte, Sachanlagen, Vorräte, For-derungen und Beteiligungen) als Sicherheit zur Verfügung stellen muss. Nicht selten wird ein bestimmter Finanzierungsbetrag mit Vermögenswerten von 200 Prozent und mehr besichert.

Asset-based Finanzierungen

Seit Basel II erfahren daher so genannte Asset-based Finanzierungen wie Factoring, Sale-and-Lease-Back und Vorratsfinanzierungen als Alternative zu traditionellen Cashflow-/EBITDA-Finanzierungen einen gewissen Aufschwung. Heutzutage sind derartige Transaktionen selbst für Beträge ab EUR 500T zu sehr guten Konditionen mit Refinanzierungsquoten von bis zu 100 Prozent der gestellten Vermögenswerte und Sicherheiten möglich. Hierdurch entsteht bei vielen Unternehmen im Rahmen einer "Asset by Asset"-Finanzierung ein überdurchschnittliches Refinanzierungspo-tential.

Liquidität aus dem Anlagevermögen

Klassischerweise ist Leasing eine Möglichkeit zur Investitionsfinanzierung z.B. in neue Maschinen und Anlagen. Führende Finanzierungsgesellschaften haben darüber hinaus ihr Leistungsspektrum um individuelle Sale-and-Lease-Back- Konstruktionen erweitert. Per Kaufvertrag werden Objekte aus dem Eigentum des Unternehmens an die Leasinggesellschaft übertragen. Diese begleicht den Kaufpreis an das Unternehmen. Die Objekte stehen weiterhin dem Unternehmen zur Verfügung. Für die Nutzung wird ab sofort eine monatliche Leasingrate gezahlt. Die Vorteile und Motivationen bei der Mobilisierung von Anlagevermögen und der Realisierung von Sale-and-Lease-Back-Lösungen sind vielfältiger Natur. Diese Konstruktion ermöglicht eine Liquiditäts- und Ertrags-Beschaffung aus der Substanz. Langfristig in Anlagen und Maschinen gebundenes Kapital wird aktiviert, oft können zudem auch erhebliche stille Reserven aus Wertsteigerungen aufgedeckt werden. Der Liquiditätszufluss aus dem Verkaufserlös und erzielte außerordentliche Erträge eröffnen dem Unternehmen weit reichende neue Spielräume: Bestehende Kredite können zurückgeführt, operative Verluste eines Geschäftsjahres egalisiert werden. Die Hebung stiller Reserven kann dann sinnvoll sein, wenn in einem Geschäftsjahr ein negatives Ergebnis erwartet wird und wegen des Wegfalls der bisherigen Verlustausgleichs-Möglichkeiten die anfallenden Verluste nicht vollständig verrechnet werden können. Neben einer Ergebnisglättung bietet die Hebung stiller Reserven in steuerlicher Hinsicht auch die Möglichkeit bei der Veräußerung entstandene Gewinne steuerneutral zu übertragen. Mit frei werdendem Kapital können Unternehmenskäufe, Fusionen oder Globalisierungsschritte finanziert und damit Wettbewerbspositionen gefestigt oder verbessert werden. Investitionen in die Zukunftsfähigkeit des eigenen Unternehmens werden durch derartige Sale-and-Lease-Back-Erlöse ebenso möglich und finanzierbar wie Rentabilitätssteigerungen im profitablen Kerngeschäft.

Finanzierung des Umlaufvermögens

Factoring als besonderes Finanzierungsinstrument hat in den letzten Jahren auch im Mittelstand beträchtlich an Akzeptanz gewonnen. Es machte sich ein Imagewandel vom vermeintlichen Rettungsanker für Firmen in Finanznot zum Qualitätsmerkmal bemerkbar. Liquiditätsvorteile und Absicherung des Forderungsausfalls sind selbstverständliche Nutzen des Factoring. Dabei werden Forderungen aus Warengeschäften und Dienstleistungen an eine Factoringgesellschaft verkauft. Die Rechnungssumme geht an das Unternehmen – allerdings mit einem Abschlag. Die Kunden zahlen an die Factoringgesellschaft. Innovative Anbieter haben darüberhinaus ihr Leistungsspektrum um sog. B2C-Forderungen erweitert. Hierbei werden auch Forde-rungen an private Konsumenten, so beispielsweise im Versandhandel, angekauft und finanziert. Die Möglichkeit des Factoring nutzt vor allem der Mittelstand immer häufiger. So sind die Umsätze der führenden deutschen Factoringinstitute im Vergleich zum Vorjahr um knapp 25 Prozent gestiegen.

Kapitalisierung von Marken und Patenten

Geistiges Eigentum (Intellectual Property bzw. IP) ist mittlerweile der wichtigste Wertfaktor in modernen und innovativen Unternehmen. Gemäß einer Studie des Brookings Institute hat sich der Anteil der immateriellen Vermögenswerte am Ge-samtwert der Unternehmen im S&P 500 Aktienindex in den Jahren 1982 bis 2002 von 38% auf 87% signifikant erhöht. Für die OECD-Staaten und Deutschland ist von ähnlichen Veränderungen auszugehen. Fehlende materielle Sicherheiten stellen derart innovative Unternehmen vor große Herausforderungen. Innovative Finanzierungslösungen und zunehmende Sicherheit durch Standards in der Bewertung machen IP auch als Finanzierungsinstrument für den Mittelstand interessant. Dennoch spiegelt sich die herausragende Rolle immaterieller Vermögenswerte für die Zukunftsbranchen noch nicht in einem entsprechenden Bedeutungszuwachs von IP für die Unternehmensfinanzierung wider. Obwohl beispielsweise Patente und Marken zentrale Anforderungen an Kreditsicherheiten wie Fungibilität und juristische Durchsetzbarkeit erfüllen, werden sie von der Kreditwirtschaft bisher nur in sehr geringem Umfang als Sicherheit akzeptiert. Diese Zurückhaltung ist kaum verständlich, da die Sicherheit über die realisierbaren Verwertungserlöse aus immateriellen Vermögenswerten zugenommen hat. Auch für immaterielle Vermögenswerte wie Patente und Marken existieren – aufgrund einer dynamischen Entwicklung in jüngerer Zeit - eine zunehmende Zahl an in der Praxis allgemein anerkannten Bewer-tungsverfahren bzw. liquide Märkte. Doch es gibt schon jetzt Möglichkeiten IP in die Finanzierung einzubringen. Über ein Sale-and-Lease-Back Modell wird das IP zunächst angekauft, um es über einen Nutzungsüberlassungsvertrag, welcher Finanzierungsvolumen, Vertragslaufzeit sowie Nutzungsentgelt regelt, umgehend wieder dem Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Eine bilanz- und steueroptimierte Leasingfinanzierung von Marken oder gewerblichen Schutzrechten ist daher bereits heute eine interessante Alternative für mittelständische Unternehmen

Ausblick

Mittelständischen Unternehmern steht heutzutage eine Vielzahl an Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Eine unabhängige Finanzierungsgesellschaft bezieht Wachstumsperspektiven in seine Bewertungen mit ein. Die Zusammenarbeit mit einem solchen Partner ein schneller und einfacher Weg sein die Liquidität dauerhaft zu erhöhen und sich gleichzeitig bessere Ratings zu sichern. Bestenfalls verhilft ein solches Vorhaben dem Unternehmen bankenunabhängig, unkompliziert und innerhalb kürzester Zeit zu neuem Spielraum, insbesondere in Phasen starken Wachstums oder der Umstrukturierung.

Autoreninfo:

Claus Dürr ist Vorstand der Vantargis AG, München, Sebastian Seibold verantwortet Partnermanagement.
Die Vantargis Gruppe stellt mittelständischen Unternehmen innovative asset-basierte Finanzierungslösungen zur Verfügung.

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Wohin geht die Reise für den deutschen M&A-Markt?

Diese Frage stellen sich derzeit viele mittelständische Unternehmer, die Ihre Nachfolge mit einem Unternehmensverkaufs regeln möchten. Während der europäische Markt für Fusionen und Übernahmen (kurz: M&A-Markt) aufgrund der Finanzkrise in 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 30% einbrach, fiel der Abschwung am deutschen M&A-Markt noch relativ moderat aus. Beim gesamten Transaktionsvolumen war lediglich ein Rückgang um 6%, von 188 Mrd. US-$ auf 176 Mrd. US-$ zu verzeichnen. Die Anzahl der angekündigten Transaktionen stieg dagegen sogar um 9% von 1.255 auf 1.411. Dennoch ist ein wesentlicher Trend für den deutschen M&A-Markt festzuhalten: Das durchschnittliche Volumen pro Transaktion ist deutlich zurückgegangen ist. Wie kann diese Entwicklung begründet werden?

Die aus der Finanzkrise resultierende, restriktive Kreditvergabepolitik der Banken führte dazu, dass sich Private-Equity-Unternehmen mehr und mehr aus dem deutschen M&A-Geschäfts zurückziehen mussten. So sank die Anzahl der Transaktionen mit einem Käufer aus der Finanzdienstleistungsbranche von 323 auf 273. An ihre Stelle rückten strategische Investoren, die aufgrund der positiven Entwicklung der letzten Jahre operativ gut aufgestellt sind und Akquisitionen größtenteils aus eigenen Mitteln finanzieren können. Der fehlende Bieterwettbewerb mit Finanzinvestoren sowie die Tatsache, dass viele Transaktionen aus Notverkäufen von in Schieflage geratenen Unternehmen erfolgten, sind kausal für diesen Trend. Zudem spielten im letzten Jahr sogenannte „Big Deals“ eher eine untergeordnete Rolle und wirkten verstärkend.

Gewinner und Verlierer nach Branchen

Die Unternehmenswerte für das Segment Mid- und Largecap , gemessen auf Basis des durchschnittlichen EBIT-Multiplikators haben sich, je nach Branche, unterschiedlich entwickelt. Während es im letzten Jahr noch mehrere Branchen gab, deren EBIT-Multiplikatoren von der Krise fast nicht betroffen waren, skizziert eine aktuelle Analyse ein gegensätzliches Bild. Starke Einbußen mussten die Bereiche Maschinen- und Anlagenbau, Textil und Bekleidung sowie Nahrungs- und Genussmittelindustrie hinnehmen. Der EBIT-Multiple sank im Vergleich zum Vorjahr um bis zu 2,6 Punkte. Mittelstarke Abschläge i. H. v. 0,5 bis 0,8 Punkten weisen die Branchen Fahrzeugbau- und -zubehör, beratende Dienstleistungen sowie Elektrotechnik/ Elektronik auf. Lediglich die Firmenwerte der Branchen Handel/E-Commerce, Chemie und Pharma blieben stabil bzw. haben sich leicht positiv entwickelt. (Veränderung der EBIT Multiplikatoren im Vergleich zum März 2008 zwischen -0,2 und +0,5).

Ausblick 2009

Es ist davon auszugehen, dass die Auswirkungen der Finanzkrise in 2009 noch deutlicher spürbar werden und erneut niedrigere Transaktionszahlen bzw. –volumina zu verzeichnen sind. Waren aufgrund der eingeschränkten Kreditbeschaffungsmöglichkeiten zunächst vor allem die Finanzinvestoren betroffen, so werden durch den Einbruch der Realwirtschaft und der drohende Rezession zunehmend auch strategische Investoren unter den Auswirkungen der Finanzkrise leiden. Erschwerend kommt hinzu, dass die Rettungsschirme für Banken bisher nicht die gewünschte Wirkung zeigen und sich die Kreditbeschaffung sowohl für Finanzinvestoren, als auch für strategische Investoren, weiterhin schwierig gestaltet.

Dennoch gibt es strategische Investoren, die von der Finanzkrise profitieren könnten. Viele finanziell immer noch gut aufgestellte Unternehmen begreifen die Krise auch als Chance: Akquisitionsobjekte, die vorher zu teuer waren, können nun unter Umständen günstiger erworben werden. So hat u.a. Siemens angekündigt, die Finanzkrise für gezielte Akquisitionen zu nutzen. Ein Motiv für strategische Investoren ist dabei auch klar die Restrukturierung der Zielunternehmen.

Wie sollen sich mittelständische Verkäufer in dieser Marktsituation verhalten?

Nach Analyse der derzeitigen Kaufpreisentwicklung sollten Unternehmer den Unternehmensverkauf auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Jedoch gilt prinzipiell, dass jede Verkaufsentscheidung situationsabhängig ist und nicht allein vor dem Hintergrund der konjunkturellen Lage des M&A-Marktes getroffen werden sollte. Was leider in diesem Zusammenhang oft sträflich vernachlässigt wird, ist die eigentliche Vorbereitung des Unternehmens auf den Verkauf. Risikoabbau, Strukturierung der Bilanz sowie Optimierung der Strukturen im Hinblick auf steuerliche Auswirkungen müssen immer fokussiert werden. Denn selbst in konjunkturellen Hochzeiten kann nur auf diese Weise ein maximaler Kaufpreis erzielt werden. Nutzen Sie die Zeit, um essentielle Vorbereitungen zu treffen.

Autoreninfo:

Nach dem Studium an der European Business School (EBS) in London und Paris sammelte Matthias Tröger Erfahrungen in der Wirtschaftsprüfung und Industrie. Im Jahr 1990 begann er bei Rödl & Partner mit dem Aufbau der Unternehmensberatung und war dort bis 2004 als Geschäftsführender Partner tätig. Im Jahr 2004 initiierte er den Management Buy-Out der heutigen seneca Corporate Finance aus der Rödl-Gruppe. Schwerpunkte seiner Tätigkeit sind die Transaktionsberatung beim Kauf und Verkauf von Unternehmen, Unternehmensbewertungen, Sonderprüfungen (Due Diligence) sowie Restrukturierungen. Herr Tröger verfügt über umfassendes Branchen Know-how insbesondere in den Bereichen Textil, Medizintechnik, Pharma und Lebensmittel. Vor seiner Zeit bei Rödl & Partner war er u.a. für die Datag - Deutsche Allgemeine Treuhand AG, die Schöller Lebensmittel - Gruppe und die Kärner AG tätig. Er hatte Positionen wie die Leitung des Konzerncontrollings, die Finanzgeschäftsführung und Corporate Restructuring inne.

Frau Kerstin Ott ist seit 2002 als Projektleiterin für seneca Corporate Finance GmbH tätig. Zuvor war sie bei einem der weltweit führenden Unternehmen aus der Elektrotechnik u.a. für Integrationen zuständig. Vorher studierte sie Betriebswirtschaftslehre an der GSO Hochschule in Nürnberg, Stockholm und New York.

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Über die Vantargis AG

Die Vantargis AG ist das unabhängige deutsche Finanzhaus für den gehobenen Mittelstand. Das Leistungsangebot besteht aus Leasing-, Factoring- und Fremdkapital-Lösungen sowie ausgewählten Corporate-Finance-Dienstleistungen. Der Fokus liegt auf mittelständischen inhabergeführten Unternehmen.

Die Vantargis-Gruppe umfasst aktuell die mittelständischen Leasing-Gesellschaften Vantargis Leasing GmbH, Sigma Leasing GmbH und Active)Lease Vantargis Finance GmbH sowie die Factoring-Gesellschaft Vantargis Factoring GmbH. Desweiteren berät die Vantargis Wabeco Finance GmbH hinsichtlich öffentlicher Finanzierungsformen.

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